„Die Vorbereitung hätte besser sein müssen“

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf – so oder so ähnlich lautet das Motto für die drei jungen Männer, die den BBC Tulln beim heurigen Rosenarcade-Lauf stolz vertreten und den undankbaren vierten Platz erreicht haben. Im #InterviewdesMonats Juni zeigen Erwin Köstlbauer, Alexander Edthofer und Daniel Engelbrecht schon volle Konzentration auf 2019 und erklären, was sie bis dorthin besser machen könnten.

Frage: Wie geht es euch mit der Tatsache, Teil des #InterviewdesMonats zu sein?Rosenarcade-Lauf Gruppenbild 4

Köstlbauer: Wir machen das wie Routiniers.

Edthofer: Ich bin sehr aufgeregt. Es ist eine große Ehre, endlich interviewt werden zu dürfen. Nach so vielen Absagen, die mir die Redaktion erteilt hat, ist es einfach nur ein Traum, hier sitzen zu dürfen.

Engelbrecht: Also PR-Training habe ich keines absolviert. (lacht)

Frage: Sprechen wir über das sportliche Großereignis des Jahres – der Rosenarcade-Lauf letzten Mittwoch, dem 27. Juni 2018. Ihr habt den Vierten von vier Plätzen belegt. Seid ihr zufrieden damit?

Köstlbauer: Obwohl die Vorbereitung schlecht verlaufen war, hatten wir uns mehr erhofft. Wir hätten uns einen Stockerlplatz aufgrund der gezeigten Trainingsleistungen sicher nicht verdient gehabt. Dementsprechend war allein die Teilnahme ein Erfolg.

Edthofer: Ich kann mich eigentlich nur anschließen. Die Vorbereitung hätte besser sein müssen, um eine realistische Chance auf Platz drei zu haben.

Engelbrecht: Ich war unmittelbar nach dem Rennen maßlos enttäuscht. Zuhause habe ich mich in den Schlaf geweint, ein ganz bitterer Moment. Vielleicht war es die dunkelste Stunde meines Lebens.

Frage: Ihr habt bereits das Training davor angesprochen, das ja – laut euch – nicht so gut verlaufen ist. Wie lief das ab?

Köstlbauer: Dieses Jahr waren wir wenig bis gar nicht vorbereitet gewesen.

Edthofer: Ich war einmal in der Woche laufen, habe aber leider nicht auf diese kurze Distanz trainiert. Da meine übliche Disziplin der Halbmarathon ist, konnte ich nicht meine Topleistung abrufen. Ich war nicht darauf vorbereitet, auf so wenigen Kilometern ein so hohes Durchschnittstempo abzurufen.

Engelbrecht: Auch meine Vorbereitung verlief schleißiger als letztes Jahr. Vielleicht lag da der Hund begraben, dass ich 35 Sekunden langsamer war als im Vorjahr.

Frage: Wie ist es euch dann in den Minuten ergangen, als unmittelbar klar gewesen ist, dass  es nicht fürs Stockerl gereicht hat?

Köstlbauer: Ich hatte nicht die Erwartung, es auf das Podium zu schaffen. Dementsprechend war die Enttäuschung gering.

Engelbrecht: Auch meine Enttäuschung hat sich in Grenzen gehalten, habe ich doch gewusst – ich war Schlussläufer – dass der FC Tulln einen gewaltigen Vorsprung hatte. Als ich dann ins Ziel gekommen bin, und niemanden auf der Strecke gesehen hatte, war der vierte Platz für mich klar. Nach dem Lauf war trotzdem eine große Leere in mir. 2:30 Minuten hinter dem Drittplatzierten – das war eine große Ohrfeige für uns. So viel fehlt also zur Weltspitze.

Frage: Nun kommen wir also auch schon zu eurer persönlichen Leistung. Erwin, du hast dich im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Sekunden steigern können, Daniel, du warst um 35 Sekunden langsamer. Worauf führt ihr das zurück?

Köstlbauer: Work hard, play hard. Die Tendenz geht bergauf.

Edthofer: Ich habe heuer zum ersten Mal teilgenommen, kann also meine heurige Leistung nicht mit der Vorjahreszeit vergleichen. Ich hätte mir eine schnellere Leistung als 14:34 Minuten erhofft, bin aber prinzipiell trotzdem leidlich zufrieden. Es war in meinem Erwartungsrahmen.

Engelbrecht: Ich habe stark  an Gewicht zugenommen, außerdem stand ich nicht so optimal im Training wie 2017.

Frage: Wart ihr alle drei am Limit eures Leistungspotentials?

Köstlbauer: Ja, da war ein Limit. Ich hätte keine Sekunde schneller gekonnt.

Edthofer: Schon, eher. Ein bisschen schneller wäre es gegangen.

Engelbrecht: Ich hätte mich nach der Ziellinie fast übergeben.

Frage: Alexander, du bist ja spontan für Michael Kausl nachnominiert worden. Wie waren diese Einberufung und die unmittelbaren Minuten, nachdem du die Nachricht erhalten hattest?

Edthofer: Ich habe mich irrsinnig geehrt gefühlt und mich darauf gefreut. Schon einmal habe ich beim Rosenarcade-Lauf mitgemacht, und dies in diesem Zusammenhang mit einem BBC-Tulln-Shirt auf der Brust zu wiederholen – ein Lebenstraum, der wahr wird! In den ersten Minuten nach der Bekanntgabe bin ich herumgelaufen und habe vor Freude geschrien.

Frage: Erwin, du bist Teamkapitän. Wieso hast du dich damals entschieden, Alexander zu nominieren?

Wir haben den schnellsten Mann im Verein gesucht. Als Halbmarathonläufer hat Alexander sehr viel Erfahrung im Laufsport. Michael wird aber nächstes Jahr ins Team zurückkehren. Vielleicht stellt der Verein dann aber ein zweites Team auf!

Frage: Stellen wir eine Verbindung zum Basketballsport her. Ihr habt den BBC vertreten, ein immenser Druck hat auf euch gelastet, den Kultclub würdig zu vertreten. Seid ihr an dieser Last zerbrochen?

Köstbauer: Druck verspüre ich nur, wenn ich aufs Klo gehe.

Edthofer: Nein. Es hat uns großen Spaß gemacht und war eine schöne Erfahrung.

Engelbrecht: Ich habe keine Sekunde lang daran gedacht.

Frage: Erwin, kommen wir zum Basketball. Die abgelaufene Saison war für die Herren 1 enttäuschend, wie geht es für dich und für euch weiter?

Die letzte Spielzeit war für uns alle ein Fiasko. Wir haben nicht einmal die Play-Offs erreicht. Trotzdem wollen wir aber hart an uns arbeiten und ab Herbst voll da sein.

Frage: Alexander, du stehst sinnbildlich für den Verein und die Rosenstadt. Viele Sympathien fliegen dir im Verein zu, da fragen sich natürlich viele Fans: Wann wird man dich wieder im Basketballdress sehen?

Ich kann an dieser Stelle exklusiv verraten, nächste Saison wieder in der Hobbymannschaft zu starten! Mehr als ein Hobby wird es aber nicht werden.

Frage: Daniel, du warst letztes Jahr in der Kampfmannschaft. Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Ich bin noch sehr offen, was die kommenden Monate betrifft. Das wird die Zeit weisen.

Frage. Wie hält ihr euch in der Off-Season fit?

Köstlbauer: Jetzt mache ich alles andere als Basketball, damit ich im September wieder voller Motivation bin!

Edthofer: Ich werde laufen und ins Freibad Basketball spielen gehen.

Engelbrecht: Ich mache Krafttraining.

Frage: Was gefällt euch gut am BBC Tulln, was könnte – eurer Meinung nach – noch verbessert werden?

Köstlbauer: Die Nachwuchsarbeit ist top. Schade fand ich, dass uns heuer keine Vereinsmitglieder beim Rosenarcade-Lauf unterstützt haben.

Edthofer: Ich finde die Öffentlichkeitsarbeit sensationell. Das ermöglicht mir und vielen anderen, mit dem Verein verbunden zu bleiben. Ich wünsche dem Club, dass es sportlich nach oben geht.

Engelbrecht: Ich finde gut, dass alle Mitglieder so freundlich sind. Ich wünsche mir professionelle Strukturen.

Erwin Köstlbauer (*9.11.1991 in Tulln) arbeitet in einem Autoverkauf in Liesing. Für den 26-Jährigen ist „das Alter nur eine Zahl.“

 

Alexander Edthofer (*29.11.1996 in Tulln) spielt in seiner Freizeit Kontrabass und arbeitet freiwillig beim Roten Kreuz.
Daniel Engelbrecht (*29.07.1998 in Wien) baut gerne Puzzles und genießt es, Zeit mit seinen Freunden zu verbringen.

 

 

 

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